1983

Nachdem der 1.Vorsitzende Werner Ulbrich das Amt wegen der sogenannten „Brunnenaffäre“ niedergelegt hatte, stellte sich der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Henzler zur Verfügung die Geschicke des Vereins bis zur Hauptversammlung am 27.01.1984 weiterzuführen.
Einstimmig wählte die Versammlung den bisherigen kommissa-rischen Vorsitzenden Ludwig Henzler zum „ersten Mann“ des vor zwei Jahren gegründeten Heimatvereins.

  • Noch unter Leitung von Werner Ulbrich wurde im März das Trossinger Heimatmuseum im „Auberle Haus“ besucht. Erstmals nahmen wir an der Fasnet mit einer Gruppe am Umzug teil, mit dem Thema „500 Jahre Mühlheimer Fasnet“. Da dieses historische Datum für die Narrenzunft zu spät entdeckt wurde, war dies für uns ein willkommenes Motto.
  • Dr.Elmar Blessing stieß bei seiner Recherche zur Mühlheimer Geschichte auf das Protokoll einer Gerichtsverhandlung im Jahr 1483 das einen Streit zwischen dem Baron von Enzberg und dem damaligen Mühlheimer Bürgermeister Lohner dokumentiert. Bei dem Zwist ging es um die Fasnet, die beiden konnten sich nicht einigen, an welchem Tag die Mühlheimer närrisch sein sollten. Der eine war für den Fasnetmontag, der andere beharrte auf dem Dienstag. Und so kam es, dass in Mühlheim an zwei Tagen völlig unabhängig voneinander gefeiert wurde.
  • Die Ausstellung anläßlich des Mühlheimer Stadtfest „Mühlheimer Vereine-damals und heute“ wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt und den Vereinen durchgeführt dessen Impulsgeber Dr.Elmar Blessing als Vater des Gedankens war.
    Die Würze einer jeder Stadtchronik komme von den Vereinen so Elmar Blessing in seiner Ansprache. Der Schützenverein und der Kirchenchor dürften mit zu den ältesten Mühlheimer Vereinen zählen. Auch könne die Feuerwehr auf eine über 500 Jahre alte Feuerwehrordnung zurückblicken. Ebenso dürfte der Obst- und Gartenbauverein schon um 1800 existiert haben. An unserem Stand in der Vorderen Gasse boten wir Handgedruckte Karten mit dem Motiv vom „Schloß“ und mit Bauernmalerei versehene Tabakdosen an.
  • Eine gemeinsame Ausfahrt mit dem Heimatkreis Fridingen nach Sarnen und Schwyz war das Ziel, die beiden im spätbarocken Stil erbauten Kirchen von der Baumeisterfamilie Singer beim Vierwaltstätter See, zu besichtigen. Franz Singer erbaute 1754-60 die Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ auf dem Welschenberg. Die Singers kamen aus Tirol und waren bedeutende Architekten des Spätbarocks in der Schweiz. Franz Singer starb 1757 gegen Ende der Bautätigkeit der Welschenbergkirche und ist in Meßkirch begraben.
  • Ein Höhepunkt der Vereinsarbeit war jedoch die Ausstellung vom 04.-10. Dezember über den Heimatdichter Nikolaus Maurer.
    Anläßlich seines 100.Geburtstags wurde in den Räumlichkeiten der Raiffeisenbank eine kleine Ausstellung über das „Leben und Wirken“ von Nikolaus Maurer zusammengestellt. Rechtzeitig zum 100.Geburtstag konnte die 2.Auflage des Sagenromans „Die Gefangenen auf Werenwag“ herausgebracht werden. Schon über fünfzig Jahre ist es her, als dieser Sagenroman in Buchform gedruckt wurde.Mit freundlicher Genehmigung seiner Schwester Maria Maurer sowie durch die großzügige Unterstützung von Josef Maurer ist es gelungen diesen Roman in seiner Originalfassung in einer zweiten Auflage erscheinen zu lassen. Anläßlich des bevorstehenden Nikolaustags wurden kleine Jutesäckle mit „Klose-Nüsse“ zusammen mit dem Roman zum Kauf angeboten.